Haftet ein Verein für unrichtig ausgestellte Spendenbescheinigungen?

Achtung: Wenn beim Ausstellen von Spendenbescheinigungen bzw. Zuwendungsbestätigen Fehler passieren ...

Spender können Gelder, die sie einem als gemeinnützig anerkannten Verein spenden, von der Steuer absetzen. Auf diese Weise möchten Staat und Gesellschaft die ideelle Tätigkeit von Vereinen und ihren Mitgliedern zugunsten sozialer, sportlicher u.a. gesellschaftlich als relevant und förderungswürdig betrachteter Zwecke unterstützen.

Spender müssen ihre Spende dem Finanzamt gegenüber mit einer Spendenbescheinigung nachweisen. Die Spender vertrauen darauf, dass der Verein diese Zuwendungsbestätigung in der vorschriftsmäßigen Form ausstellt, die bei der Jahressteuererklärung anerkannt wird. Der Vertrauensschutz des Spenders verlangt, dass der Verein seiner Verantwortung gerecht wird und die Richtigkeit der ausgestellten Zuwendungsbestätigungen sicherstellt, betont Steuerberater Armin Hampel, den Sie gerne telefonisch unter der Nummer 08861 23070 oder per E-Mail kontaktieren können.

Wenn der Verein

  • vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtige Bestätigungen ausstellt (Ausstellerhaftung) oder aber
  • veranlasst, dass Zuwendungen nicht zu den in der Bestätigung angegebenen Zwecken verwendet werden (Veranlasserhaftung),

dann haftet er für die dem Fiskus entgangene Steuer. Wichtig zu wissen:

  • Für Einkommen- oder Körperschaftsteuer, die dem Fiskus infolge von unrichtig ausgestellten Spendenbescheinigungen entgangen ist, wird der Haftungsschuldner - also der Verein - ohne Rücksicht auf die dadurch tatsächlich erfolgte Steuerverkürzung immer pauschal mit 30 Prozent des zugewendeten Betrags in Anspruch genommen.
  • Für eventuell entgangene Gewerbesteuer beträgt der Haftungsbetrag pauschal 15 Prozent zusätzlich.

Das heißt also: Die Frage, ob überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang sich der Zuwendungsabzug beim Zuwendenden steuerlich überhaupt ausgewirkt hat, ist für die Haftungsfrage grundsätzlich ohne Bedeutung.

Und Achtung: Haftungsschuldner können sowohl der Verein selber als auch die für den Verein handelnden verantwortlichen Personen sein.

Ein wenig anders sieht die Situation im Fall der Veranlasserhaftung aus. Hier wird vom Staat vorrangig der Zuwendungsempfänger in Anspruch genommen.

Steuerberater Armin Hampel fasst zusammen: Der Verein trägt die Verantwortung dafür, dass Spendenbelege richtig ausgestellt und die Gelder satzungsgemäß und für gemeinnützige Zwecke verwendet werden. Wird ein Missbrauch bei der Ausstellung von Spendenbescheinigungen bzw. Zuwendungsbestätigungen erkannt, verliert der Verein seinen Status der Gemeinnützigkeit.

Gerne können Sie zum Vereinssteuerrecht Kontakt aufnehmen mit unseren Expertinnen: telefonisch unter der Nummer 08861 23070. Oder Sie schicken uns eine E-Mail und wir melden uns kurzfristig bei Ihnen.